Inflation of animation


Es ist 1 Uhr und ich weiß auch nicht warum ich dieses Video angeschaut habe. Ich habs auf vimeo beim rumklicken entdeckt, wollte ich weiterklicken, weil von Inflation hört man ja eh alle Tage lang… Beim genaueren Hinsehen ist mir dann der 10 Rubel Schein ins Auge gefallen, daher hab ich’s mir angeschaut, und von Anfang an gefeiert: Diese Musik ist mir bekannt! Es handelt sich um den ersten “Largo” Satz aus dem Bratschensolokonzert (mit Orchester) in G-Dur von Georg Philipp Telemann, den ich vor zwei Jahren sehr intensiv geübt habe. Außerdem erinnert es mich an meine Russlandaufenthalte. Geld hat in Russland einen anderen Stellenwert als in Deutschland… Die Schere zwischen arm und reich klafft sehr weit auseinander. Ebenso erinnere ich mich an das Gewicht das die Münzen in meinem Geldbeutel hatten und auch an die ganzen Scheine, die nach kurzer Zeit ein richtig dickes Bündel wurden. (Annahme: Viele Scheine niedrigen Wertes sollen den Armen Russlands ein Gefühl des relativen Besitzes vermitteln.) Insgesamt ist das Video mehr als, wie in der Beschreibung steht, eine Erinnerung, sondern eine Liebeserklärung an den 10 Rubel Schein. Er ist/war so alltäglich, dass sogar ich (trotz dem Ausfuhrverbot für Devisen, natürlich in irgendeiner Hosentasche vergessen (-; ) noch vier 10 Rubel Scheine (ca. 1€) in meinem Kästchen habe und die grad rausgeholt habe. Die fühlen sich übrigens auch ganz anders an als die Euroscheine. Das es sie nicht mehr gibt, ist eine Umstellung für die Russen, sie verlieren etwas alltägliches, (vielleicht etwas geliebtes?) doch denke ich werden die sich an die neue Münze gewöhnen können.

Update: Lesetipp: Fjodor Dostojewski, Der Spieler

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