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Heute beginne ich zu bloggen. Die Page/Design ist zwar noch ned ganz fertig, aber des mache ich einfach nebenbei, die Funktionalität leidet ja nicht sonderlich drunter.

Also, warum fang ich jetzt an zu bloggen?
Es war sehr spontan, aber es hat schon seine Gründe. Zum Einen will ich mir facebook nicht mehr antun. Ich habe mir überlegt, was mir facebook bringt, und wieso ich da teilweise Stunden verbracht habe. Ich hab belanglose Kommentare von Leuten gelesen, die ich nur flüchtig kenne.  Mehr und mehr haben mich geaddet, bald schon kamen die ersten wegen spam “Logorrhoe” auf die Igno. Die Art und Weise, wie Leute sich selbst darstellen ist mir einfach zuwider.

Dazu noch die Geschichte mit diesen “apps”: Glücksnüsse zu öffnen mag zwar auf den ersten Blick noch ganz nett erscheinen, aber  die “Heilige Muschi” nach Rat zu fragen, sich von facebook das persönliche Idealgewicht berechnen zu lassen, oder sich prophezeien zu lassen, wie viel man einmal verdienen wird, oder welche Rolle eine bestimmte Person in eigenen Leben spielen wird, ist absurd. Freilich überraffen die Allermeisten, dass die “Ergebnisse” grober Unfug sind, aber doch ist eine Beeinflussung im Unterbewusstsein nicht ausgeschlossen. Und dann ist die Frage, welche Werte von solchen apps vermittelt werden. Diese werden zwar prinzipiell von anderen Nutzern erstellt, können aber genauso auch von Unternehmen gezielt zur versteckten Werbung oder anderweitig manipulativ genutzt werden. Nicht zu vergessen, das man den Urhebern der apps, meist unbewusst und beiläufig, sämtliche persönlichen Daten preisgibt. Da könnte man sich fragen: “Was wollen die schon damit anfangen?” Was schadet es mir, wenn in irgendeiner Datenbank meine Interessen und “Likes” gespeichert sind? (Oh ja, das wird gespeichert! Auch wenn man später im “Privatsphäre-einstellungsjungel” den Zugriff wieder verweigert, sind die Daten schon “erhoben”.) Freilich scheinen diese Infos auf den ersten Blick keinen Nutzen für fremde Personen oder Unternehmen zu haben. Und doch haben sie einen Wert. Und dieser ist nicht gering. Es geht um die Vorlieben von potenziellen Werbekunden. Damit kann man Geld machen, VIEL Geld! Mark Zuckerberg ist nicht zufällig jüngster US-Doller Milliardär geworden. Oder Google’s Siegesszug… Aber zurück zu den Apps: Am 18. Oktober kam ein Artikel im Wall Street Journal,  der doch recht erschütternd ist. Zusammengefasst:

“The Journal found that all of the 10 most popular apps on Facebook were transmitting users’ IDs to outside companies.”

Es gibt also einen sehr aktiven Markt für die Daten von Benutzern, und man kann sich nicht dagegen schützen:

Three of the top 10 apps, including FarmVille, also have been transmitting personal information about a user’s friends to outside companies.

Das heißt, wenn einer Deiner Kontakte FarmVille spielt, bietet er den Datensammelapps die Informationen von Dir und dem Rest seines Freundeskreises an. Natürlich ist facebook da offiziell dagegen, gelobt Einschränkungen und bessere Überwachung, weil Privatsphäreskandale sind schlecht fürs Geschäft! (siehe StudiVZ) Aber facebook selbst kann es eh besser: Die haben den so genannten “Freundefinder” enwickelt, der es neuen Benutzern erleichtern soll schnell alte Bekannte auch auf facebook zu finden. Man muss lediglich seine Mailadresse und das Passwort (!) angeben und schon wird der ganze Mailaccount durchsucht. Nach was? Nach Mailadressen. Diese werden mit der facebook Datenbank verglichen. Ist diese Mailadresse schon registriert, so kann man diese Person gleich als Freund hinzufügen, wenn nicht, schickt facebook an diese Mailadresse eine Einladung, doch auch auf facebook zu kommen. Nach was sonst? Vielleicht auch den INHALT der Emails? Warum denn nicht? Der Benutzer hat ja sein password rausgerückt. Damit steht dem nichts im Wege, und außerdem will man ja nicht nur wissen, mit wem der neue user schreibt, sonder auch was. Da kann man Interessen, Vorlieben und Tätigkeiten von der Person rauslesen. Dadurch kann man genauere Werbung schalten… Das bringt GELD.

Besonders prekär ist die Herausgabe vom Password: Zwar schreibt facebook “Das Password wird nicht gespeichert”, wenn sie es aber doch speichern sollten, kann man nichts dagegen tun, man hat es  ja freiwillig preisgegeben.

Nun zu den schönen Sachen an facebook (und dem ganzen Rest): Man kann seine Meinung unkompliziert kundtun. Man kann schnell posten, wie es einem geht, was man grade macht, was man noch vorhat, oder welches Lied man grade hört. Die neuesten Videos können gepostet werden, und man kann mit anderen drüber diskutieren. Das kann man alles aber auch in einem blog machen. Und ich machs! Ohne mich zu kümmern wer es ließt, oder wer nicht, versuche ich so natürlich wie möglich ein “öffentliches Tagebuch” zu führen. Die Kommentarfunktion ist an, und darf benutzt werden. Ich bitte sogar drum.

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