Über Twitter

Nach dem Facebook gebashe wirds Zeit mal sich auch was positives über diese “social networks” zu schreiben. twitter: Seit 2006 erfreut sich der microblogging Dienst vor allem im englischsprachigem Raum großer Beliebtheit. In den USA können es sich Stars und Sternchen kaum noch leisten, keine  mehr oder minder persönliche Informationsfetzen auf twitter zu verbreiten. In Deutschland überwiegt aber oft die Skepsis: “Wie, ich habe nur 140 Zeichen um etwas zu schreiben? Mich interessiert nicht, was andere den ganzen Tag lang machen” Das ist etwas kurz gedacht: 140 Zeichen sind für den Zweck, den sie erfüllen sollen genug: Eine kurze Botschaft verfassen, was hier vor Ort grade los ist. Diese Länge von 140 Zeichen ist nicht Zufall: Schon als die SMS erfunden wurde haben sich Sprachforscher überlegt, wie lang eine solche Mitteilung sein muss: Das Ergebnis in Deutschland war, das mit 160 Zeichen alles gesagt werden kann, was von Bedeutung ist. In anderen Ländern variiert die SMS Länge ein wenig und twitter hat es auf 140 festgelegt. Das hat viele positive Effekte: Die Schreiber sind gezwungen sofort auf den Punkt zu kommen, und das Lesen auch wird nicht zum Zeitfresser. Die Idee alles zu tweeten, was man macht und erlebt klingt sehr nach “Big Brother”. Aber wieder gilt das Prinzip, das man elendige Spammer unfollowen kann und auch man selbst entscheiden muss, was man reinschreibt Anderen zumuten kann. Die andere Seite der Münze ist: Was passiert, wenn man tatsächlich mal in eine Situation kommt, wo etwas von Bedeutung los ist. Wo (noch) keine Journalisten da sind, aber es  eine große Menge an Leuten gibt, die interessiert sind, was grade bei dir passiert. Da werden die Twitteruser zur allerersten Informationsquelle. Und das ohne Publikationsverzögerung: Der Twitterleser muss für die Infos nicht erst auf das Erscheinen der Zeitung warten oder auf die Ausstrahlung der Nachrichten nach mehreren Stunden, sondern kann sich gleich ein unverfälschtes Bild vom Geschehen machen. Beispielsweise die Berichterstattung von den Terroranschlägen in Mumbai 2008. Westliche Medien waren kaum vor Ort, doch gab es unzählige Menschen die auf twitter Bilder und Nachrichten veröffentlichten. Das ging sogar so weit, dass die indischen Behörden erwägten twitter.com wegen der Masse an Informationen zu zensieren.

Zusammengefasst: twitter revolutioniert die Informationsverteilung, erschwert Zensur insbesondere ins repressiven Staaten und lässt jeden zu Wort kommen. Über das was twitter leistet oder nicht, könnte ich mir lange den Kopf zerbrechen, doch der Guardian hat eine 15 Punkte lange Liste zusammengestellt, warum twitter für Medienkonzerne interessant ist, daher zitiere ich das einfach:

1) It’s an amazing form of distribution

2) It’s where things happen first

3) As a search engine, it rivals Google

4) It’s a formidable aggregation tool

5) It’s a great reporting tool

6) It’s a fantastic form of marketing

7) It’s a series of common conversations. Or it can be

8) It’s more diverse

9) It changes the tone of writing

10) It’s a level playing field

11) It has different news values

12) It has a long attention span

13) It creates communities

14) It changes notions of authority

15) It is an agent of change

Der ganze Artikel im Guardian

Achja ich bin ja auch auf twitter: “Follow me”: @Lynyus

2 Comments

  1. appropo, wo wir grad bei viel text sind, http://dietz-und-daf.de/Linus :D

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