Ausflug zur Kurischen Nehrung

Nida

Am Wochenende habe ich den nächsten Nationalpark bereist, diesmal im Nordwesten Litauens an der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad.
Wir brachen am Samstag um 5 in der früh auf und fuhren knapp fünf Stunden mit der Bahn zur Hafenstadt Klaipeda. Der Zug wurde nicht beheizt und war in Folge dessen bitterkalt. Ich hatte über dem Tshirts zwei Pullover und eine Jacke an und habe immer noch gefrohren. Bezeichnend war auch, dass die Schaffnerin mit Kohle(!) einen Wasserkessel für Kaffee und Tee angeschürt hat.

In Klaipeda angekommen, haben wir unsere Sachen im Hostel abgelegt und sind gleich auf Erkundungstour in die Stadt gegangen. Die Altstadt ist nicht besonders groß und da die Tourist Information wiederum zu hatte, sind wir mit der Fähre zur Nehrung übergesetzt.

faehre

Die Kurische Nehrung ist eine ca. 100 km lange Landzunge, die in die Ostsee hereinreicht und im litauischen Teil sehr parallel zur Küste verläuft. Dabei ist sie recht dünn, laut Reiseführer zwischen 400 m und 3.8 km. Im Norden — wo wir am Samstag waren — ist alles sehr dicht bewaldet, lediglich auf der Ostseeseite ist ein wunderschöner Sandstrand, praktisch frei von Steinen, Algen, Tang und sonstigen Störelementen. Da das Wetter auch mit gespielt hat verbrachten wir da einige Zeit in der Sonne und gingen mit den Füßen auch ins Wasser.

Strand

Schließlich wanderten wir über die Nordostspitze zurück zur Fähre. Auf dem Weg war noch ein Delfinarium zu sehen, das allerdings wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war.
Nachdem wir in die Zimmer bezogen hatten und zu Abend gegessen hatten, gingen wir noch einmal in die Stadt und erkundeten die Barsituation, die garnicht zu schlecht war. In der einen gab es sogar Aecht Schlenkerla Rauchbier!

Am Sonntag fuhren wir mit dem Bus nach Nida, dem Hauptort auf der litauischen Seite der Nehrung. Der Hafen ist mit den typischen Wimpeln geschmückt und es ist auch so einiges los. Wir konnten einige Windsurfer und Seglern zuschauen, wie sie ein Rennen im Kurischen Haff veranstaltet haben.
Wir wanderten in Richtung Russland, was grade mal 4 km entfernt war, in Richtung der Parndžio Düne, die man mit Treppen erklimmen konnte. Oben ankommen, konnte man erstmal den Obelisken bestaunen und dann die Umgebung kilometerweit überblicken. Insbesondere der Blick in Richtung Russland war sehr sehenswert, die Grenzregion wird als die “litauische Sahara” bezeichnet.

Duene

Nachdem wir dort ein wenig erholt hatten und ein paar Photos gemacht hatten, nahmen wir den Abstieg in Richtung Ostsee, wo wir wiederum eine Weile am Stand spazierten, was wir aufgrund des recht starken Windes aber dann doch bald bleiben ließen und nach Nida zum Mittagessen zurückkehrten. Nach diesem kauften wir noch ein paar Souveniers, schauten uns nochmal Ort und Hafen an und nahmen den diesmal sehr warmen und stickigen Bus direkt nach Vilnius.

Dort gingen wir direkt mit drei Franzosen in eine Bar um das Finale der Basketball-Europameisterschaft zwischen Frankreich und Litauen anzuschauen. Frankreich gewann sehr verdient und deutlich, dennoch war die Stimmung sehr gut und trotz der Niederlage wurde die Mannschaft mit Sprechchören gefeiert. Die Franzosen die schon während dem Spiel sehr lautstark ihr Team unterstützt haben bekamen sogar von einer litauischen Kommilitonin ein Bier ausgegeben. Wenn das nicht FairPlay ist!

2 Comments

  1. Schöner Bericht! Nicht von der Kälte abschrecken lassen, Klaipeda und die Nehrung sind auch Ende Dezember absolut einen Besuch wert, insbesondere da man auf der Nehrung direkt von der Sauna über den schneebedeckten Strand ins eiskalte Meer rennen kann ;-)

    Wenn du in Litauen noch etwas billiger vorankommen willst, kannst du übrigens auch trampen (zumindest war das vor fünf Jahren noch Gang und Gebe). Einfach mit einem Pappschild an die Autobahn stellen, hat bei mir einwandfrei funktioniert. Die Kleinbusse sind aber auch in Ordnung, bin damals auch so von Klaipeda zurück nach Vilnius.

  2. Danke fuer den Tipp! Das mit dem Trampen hat mein litauischer Mitbewohner auch schon gesagt, ist halt nicht so praktisch, wenn man zu siebt unterwegs ist und nicht so viel Zeit hat.

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