Erster Besuch & Wandern durch den Sumpf bei Rūdninkai

Dieses Wochenende war Tilmann zu Besuch. Nachdem er auf der Rückreise von Armenien über Moskau nach München fliegen sollte, konnte er den Flug noch umbuchen und so einen Abstecher in Vilnius machen.
Ich zeigte ihm die Stadt und wir taten das was wir sonst auch immer tun: Rumnerden. Diesmal manifestierte sich das neben den obligatorischen Programmiersessions in einer gehörigen Portion Ingress.

Am Sonntag schlossen wir uns abermals dem Vilnius University Hiking Club an und fuhren mit dem Bus ins 30km entfernte Rūdninkai.

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Da ich die litauische Beschreibung des Trips nur halbherzig gelesen hatte, war mir die geplante Durchquerung eines Sumpfgebietes entgangen. Gummistiefel — oder zumindest Schuhe zum Wechseln — wären also eine gute Wahl gewesen. Aber das konnte man im Bus nicht mehr ändern und ich hoffte einfach, das Goretex hält was es verspricht.

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Nach ein paar Kilometern durch ein ehemaliges Trainingsgelände der Armee aus der Sowjetzeit kamen wir am Sumpf an. Ich hatte Glück: Laut Tadas war der Wasserstand vergleichsweise sehr niedrig und so konnte ich meine erst in diesem Monat gekauften Wanderschuhe einem ersten Härtetest unterziehen, ohne gleich komplett unterzugehen. Tadas bezeichnete das Gebiet auch als “Litauische Tundra”, was mir aufgrund der vielen Bäme jedoch etwas unpassend erschien. Dennoch waren die Farben und das Geräsche im Sumpf ganz anders als im Wald.

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Ansonsten gab es auch viele, viele Gräser und Kräuter auf denen man ein Einsinken ganz gut umgehen konnte. Die Hauptbeschäftigung war von den knöchel- bis kniehohen Bodengewächsen Beeren zu ernten, aus denen traditionell auch Wodka gebrannt wurde. Vitamin C hatten sie jedenfall jede Menge, so sauer wie sie waren.

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Nachdem wir den Sumpf durchquert hatten, ging es weiter durch das Dickicht des Walden bis wir von Norden kommend am Kernavosee stießen. Wir umrundeten diesen um ungefähr ein Viertel und sahen am Ufer einige Bieberbauten — leider ohne Bieber zu Gesicht zu bekommen.

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Von dort aus gingen wir weiter nach Osten und mussten noch ein gutes Stück in Richtung Bahnhof von Dainava laufen…

Zwei Stunden und zwei Dörfer später waren wir fast da, sahen aber auf einer Rodung ein unbewachtes Feuer, welches langsam vor sich hinbrannte. Da wir noch etwas Zeit hatten, schürten wir es kräftig an, aßen unsere letzten Vorräte und sangen Lieder.

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Auf dem ganzen Weg hatte uns ein sehr ruhiger Hund begleitet, den wir am Bahnhof zurückließen. Ob er die ungefähr 20km zurückfinden würde? Eher ungewiss…

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