ICT 2013

Letzte Woche fand hier in Vilnius die ICT 2013 statt. Unter dem Motto “Create, Connect, Grow” sollte mit ingesamt knapp 5000 Teilnehmern nichts weniger als die digitale Zukunft Europas ausgemalt werden.

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Das Event bestand hauptsächlich aus Konferenz, Ausstellung und zahlreichen “Networking sessions”.

Die Konferenz war in folgende vier Themengebiete unterteilt: Ein allgemeiner Block zu “Digital Futures”, “ICT for Excellent science”, “ICT for Industrial Leadership” und “ICT for Societal challenges”.
Wie man an den Bezeichungen schon ablesen kann, waren das allesamt keine wirklich technische Themengebiete, von daher habe ich mir auch weniger Vorträge angehört und wenn dann eher programmierend und nur mit einem Ohr zuhöhrend. Meist drehte es sich um folgende Fragen:

  •  “Warum gibt es vergleichsweise so wenige megaerfolgreiche europäische Startups? (stets mit einem neidischen Blick auf twitter und facebook und co.)”
  • “Warum gehen so viele Internetentrepreneurs mit ihren Ideen ins außereuropäische Ausland?”
  • “Wie kann die EU ein europäisches Silicon Valley erschaffen?”
  • “Welche Deregulierungen und Förderungen seitens der Politik werden benötigt?”
  • usw.

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Da war die Ausstellung schon interessanter:
In zwei Hallen konnte man sich Stände zu folgenden Themen anschauen:

  • “Digitally empowered citizens” — Putting the individual in the centre.
  • “Smart and sustainable cities for 2020+” — Putting the city in the centre.
  • “Industry and business for tomorrow” — Putting the competitiveness of European industry in the centre.
  • “Intelligent connecting intelligence” — Putting networking, interfacing, integration in the centre.
  • “Culture, science and creativity” — Putting content in the centre.

Was man aus dieser Austellung lernen konnte ist, dass anscheinend alles was irgendwie “Smart” ist auf dem Vormarsch ist. Ein großteil der Stände beschäftigen sich mit Smart Environments, Ambient Assisted Living, Smart Cities, Smarte Prozesssteuerung usw. Leider hatte ich wenig Glück mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen — ich gehörte wohl nicht so ganz in deren Zielgruppe.

Ansonsten gab es neben den für mich total uninteressanten “Networking sessions” noch die “Student’ corner”, wo größtenteils Schüler im Rahmen eines “Hackathlons” an irgendwelchen Projekten rumtüftelten.

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Was aber eine wirklich erfrischene Sache war, war die “Art Stage”, wo fast durchgehend jemand mit traditionellen oder neuartigen Musikinstrumenten rumexperimentierte.

Alles in Allem waren die zwei Tage eine interessante Erfahrung, auch wenn ich jetzt nicht so viel dazugelernt habe. Die Zielrichtung des Events war eher auf digitale Unternehmer, Politiker im weitesten Sinne und vor allem Consultants abgestimmt, die auch gefühlt den größten Teil der Teilnehmer ausgemacht haben. Bei einem der Mittagessen kam ich mit einem Wirtschaftsberater aus Frankreich ins Gespräch, der nach eigener Aussage beruflich bisher mit dem “Internet” nicht so viel zu tun gehabt habe, aber von seiner Firma hergeschickt wurde um “ein Gefühl zu bekommen, wie diese “Netizens” so ticken”.

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Und so war für mich das eigentliche Highlight der ganzen Veranstaltung der Empfang der Litauischen Ratspräsidentschaft am Mittwochabend: Ein Abendessen mit einer Balletaufführung zur Musik von Depeche Mode in einer Eishockeyarena und viel guten Speisen und Trinken.

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Das Bild von den Tänzern ist aus der Bilddatenbank der eu2013.lt entnommen.

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