Lappland — Heimreise

Die Heimfahrt gestaltete sich langwierig. Anstatt direkt nach Rovaniemi zu fahren, machten wir einen völlig unnötigen, zweistündigen Halt in Saariselkä.
Dadurch wurde der Aufenthalt in Rovaniemi wo wir eigentlich das Arktische Museum anschauen wollten deutlich reduziert und wir hatten im Endeffekt nur noch eine Stunde Zeit Schlittschuh zu laufen, bis es weiterging. Das war eine ärgerliche Programmänderung seiters der Reiseleitung, die uns auch auch Nachfrage nicht wirklich gut erklärt werden konnte. Jedenfalls ging es danach über Nacht nach Helsinki, wo wir wiederum strahlend grüne Polarlichter im Himmel sehen konnten, die kontinuierlich ihre Form änderten und teilweise ins gelbe übergingen. Ein wundervoller Abschied aus Lappland.

In Helsinki kamen wir allerdings schon um 7 Uhr in der Früh an und es begann gleich zu regnen. So hatten wir uns das mal ganz und gar nicht vorgestellt! Wir warteten eine Weile im Bahnhof und überlegten uns einen wagen Schlachtplan. Auch wenn das Wetter keine Anstalten machte aufzuhellen, sind Anne, Najda und ich dann doch durch den Nieselregen losgestapft und haben uns die Innenstadt angeschaut. Da es noch dämmerte und keine Geschäfte — nichtmal Cafes — offen hatten, sind wir erstmal auf gut Glück in die Kathedrale von Helsinki gegangen und uns mangels besserer Alternativen dort den Adventsgottesdienst angehört. Das wiederum war ein riesen Glücksgriff! Nicht nur dass der sehr gut besuchte Gottesdienst mit Chor und vielen Liedern sehr schön und festlich war… Als wir aus dem Kirchentor herauskamen war nicht nur der Regen verschwunden — sogar die Sonne, die wir die letzten Tage gar nicht gesehn haben, schien kräftig auf den Senatsplatz herunter!

Nun ging unsere Stadterkundung mit deutlich besserer Laune weiter. Nach einem Kaffee liefen wir erstmal in Richtung Felsenkirche. Auf dem Weg dahin kamen wir an dem Museum für zeitgenössische Kunst, der Oper, und dem Nationalmuseum vorbei. Eine meiner Meinung nach der schönsten Ecken von Helsinki, da sie offener und nicht so zugebaut ist wie das Zentrum selbst.
Die kreisrunde Felsenkirche ist mitten in einem Wohngebiet in einen Felsen eingelassen, den man auch besteigen kann. Auch im Inneren ist sie sehr rustikal gehalten: Einfach direkt in den Felsen gehauen, eine Kuppel aus Bronze und Beton als Deckel drauf und gut ist. Mir gefällt sowas.

Nun gingen wir am Ufer enlang weiter in Richtung Norden, wo man auch viele Jogger sehen konnte. Unser Ziel war das Sibeliusdenkmal, das aus metallenen Rohren besteht und vom Sonnenuntergang bestrahlt wurde. Nach einer kleinen Photosession machten wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt und aßen unser Tagesmahl in einem “all you can eat” – Restaurant im Kamppi, einem riesigen Einkaufzentrum.

Wie gesagt gefällt mir Helsinki sehr gut, auch wenn die Stadt im Sommer bestimmt noch mehr Charme hat und mehr Sonne zwischen die Häuser fällt. Vielleicht verschlägt es mich ja irgendwann nochmal hier hin!?

Auf dem Weg zur Fähre über die Haupt(einkaufs-)Straßen machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Uspenskikathedrale und legten pünktlich um 20 Uhr gen Tallinn ab.

Doch leider gestaltete sich das Anlegen in Tallinn wegen dem rauhen Seegang schwierig. Nach grob einer halben Stunde brach der Kapitän den Vorgang ab und der nächste Versuch sollte erst am Morgen gestartet werden. Also mussten wir auf dem doch recht frischen Schiff übernachten, was mit der Zeit echt kalt und ungemütlich wurde.
Aber zum Glück klappte der nächste Versuch und wir konnten unsere Restreise quer durch das Baltikum ohne weitere Zwischenfälle beenden.

Insgesamt war es eine sehr schöne und eindrucksreiche Reise in einen wirklich extremen Teil der Erde. Ich kann das jedem nur empfehlen, sowas auch einmal mitzumachen — besser früher als später!

One Comments

  1. Hallo Linus!

    Ich bin immer noch neidisch auf deine Nordlichter!
    Zeig doch mal ein paar Fotos! =)

    LG Carina

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