Lappland — Huskies und Schneewandern

Am Donnerstag stand der Besuch auf einer Huskyfarm auf dem Programm. Mit 170 sibirischen Huskies war das Gebelle ganz schön groß als wir die grade mal zehn Wochen alten Welpen angeschaut haben, die unter Aufsicht der stolzen Mutter im Gehege spielten. Der Putzigkeitsfaktor war selbstredend sehr hoch und keine Hand blieb unabgeschleckt, wenn man sie denn bei den vorherrschenden -15° durch den Zaun stecken wollte. Es kam auch vor, dass die Zunge eines Junghundes am Eisendraht festklebte.
Die Älteren sprangen meist wild umher in Vorfreude auf den Auslauf, den sie auch bekamen:

Sechs Huskies zogen einen Schlitten mit zwei Passagieren durch einen buckeligen Waldweg über Stock und Stein. So jedenfalls in der Theorie. In der Praxis ging es fast im Schritttempo durch den Wald und der Steuermann war die ganze Zeit damit beschäftigt anzuschieben, während der Passagier die Hunde anfeuerte. Wenn es bergauf ging, musste man teilweise zu zweit anschieben, damit es überhaupt voran ging. Eines der Gespannte wollte auch garnicht arbeiten, was für die Fahrer natürlich besonders enttäuschend war. Trotzdem war es ein Heidenspaß und die Landschaft war sehr malerisch.

Nach der Huskysafari fuhren wir mit dem Bus weiter nach Siida, wo wir uns Schneeschuhe abholten und eine Wanderung zu einer 5 km entfernten Waldkirche unternahmen. Auf einem nur durch Eisenpfosten erkennbaren Pfad gingen wir in der Dunkelheit durch den Wald im 15 cm tiefen Schnee. Die Schneeschuhe waren — bis auf für die, die vorangingen — eher hinderlich als hilfreich, aber trotzdem war es eine schöne Tour um die Ausläufer des Inarisees, die aber nicht so ganz ohne war, wie man bei der vermeinlich kurzen Strecke meinen könnte. Allein sich in der Dunkelheit auf das richtige Auftreten zu konzentrieren verlange einiges ab, zudem waren viele nicht wirklich ausreichend warm angezogen. Ich hatte nur das Problem, dass wegen den Schneeschuhen die großen Zehen zu stark belastet wurden, sodass ich da Blasen bekommen habe.

Auf der Fahrt zurück nach Ivalo sahen wir dann vom Bus aus unsere ersten richtigen Nordlichter. Bei einem Halt konnten wir das riesige grüne Schauspiel direkt über dem Ivalofluss bestaunen und Anne und mir gelang es mit einer Langzeitbelichtung auch einige vielversprechende Aufnahmen zu machen. Man sehen, wie sie wirklich sind, wenn wir sie auf den Rechner überspielen.

Das Nordlicht war jetzt auch hell im Camping zu sehen, aber da wir so ausgehungert waren, wollten wir erstmal essen um danach vom Fluss aus nochmal Ausschau zu halten. Leider war das eine Fehlentscheidung, denn kurz darauf zog ein Nebel auf und man konnte nicht mal mehr die Sterne sehen.
Auch nach länglichem Saunen wurde es nicht besser und so ging der letzte Tag in Lappland zu Ende.

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