Chaos Communication Congress — 30C3

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Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester war ich auf dem 30. Chaos Communication Congress in Hamburg. Nachdem ich die letzten Jahre diese Veranstaltung immer über den Livestream verfolgt hatte, war ich dieses Mal mit Tilmann, Arnulf und Konrad ab Tag 0 live dabei. Da der Congress mit ca. 9000 Leuten ein Riesenevent ist, wird ein großteil der Arbeit von den sogenannten Engeln gestemmt, wo wir uns auch engagiert haben. Wenn man grade mal nichts zu tun hatte, konnte man sich in diverse Schichten eintragen und dazu beitragen, dass alles glatt läuft. Die Arbeiten reichten von Eingängen bewachen, Barschichten, Flaschen einsammeln, Essen machen, über die konferenzorientierten Audio- und Videoschichten bis hin zu Info- und Pressearabeit und natürlich dem Auf- und Abbau.

Am Tag 0 noch vor der Eröffnung war das riesige und sehr verwinkelte Congresszentrum noch mitten in den Aufbauarbeiten, aber trotzdem waren die allermeisten schon da und überall blinkte es und irgendwelche Technik bewegte sich.

Ein besonderes Großprojekt war ein Luftpostsystem namens “Seidenstraße”, womit man flaschengroße Kapseln mit einem “FFFOOMMPPP” durch das ganze Gebäde schicken konnte. Ansonsten war neben dem Hackcenter und der Lounge auch die ganzen kleineren Areas richtig cool. Meist konnte man irgendwo bequem chillen, es spielte irgendeine deepe Musik und immer gab es etwas zu sehen.

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Die Lounge, wo jeden Abend eine Party stieg war besonders dekoriert: Man konnte auf einem echten Wasserwerfer tanzen, der vor einem Haufen Barrikaden stand auf denen ein lebensgroßer Hai trohnte. Der geneigte Nerd wird wissen, dass sowas nur mit einem Begriff beschrieben werden kann: fnord. Und genau dieser ward auf großen Bannern an den Wänden geschrieben — selbstredend in Binär codiert. Nebenbei stand eine Telefonzelle in der Gegend rum um man sagte mir, dass man auch mit Feldtelefonen durch den Raum kommuniziren konnte.

hai

barrikade

telefon

Natürlich gab es auch die Vorträge, von denen ich mir einige angeschaut habe, wobei ich mich vor allem auf solche konzentriert habe, die mir nur live besonders lohnenswert erachtete. Besonders empfehlen kann ich “Bullshit made in Germany” von Linus Neumann, “The Four Wars — Terror, whistleblowers, drugs, internet” von der ehemaligen MI5 Agentin und Whistleblowerin Annie Machon, “Seeing The Secret State: Six Landscapes” von Trevor Paglen, die Cryptotalks “The Year in Crypto” und “Kryptographie nach Snowden”, die “Bug class genocide” von Andreas Bogk, “10 Years of Fun with Embedded Devices” über OpenWrt, “To Protect And Infect, Part 2” von Jacob Appelbaum, die jährlichen Klassiker mit der “Fnord News Show” und “The Tor Network”, Joscha Bachs Versuch Leute für AI zu motivieren “How to Build a Mind” und natürlich Martin Haase mit “Keine Anhaltspunkte für flächendeckende Überwachung”.

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Insgesamt muss ich sagen, dass es ein grandioser Congress war und dass ich mich mit den anderen schon nach den sommerlichen Hackercamps umgeschaut haben.

Viele weitere Bilder findet man auch auf Flickr.

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