Amsterdam

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Am vergangenen Wochenende habe ich recht spontan eine Städtereise nach Amsterdam unternommen um Daniel, einen ehemaligen Kommilitonen aus Bamberg zu besuchen. Er hat dort einen Job als technischer Consultant in einem e-Commerce Unternehmen aufgenommen. Nach drei Wochen eher langweiligen Semesterferien in Vilnius war das nochmal eine willkommene Abwechslung.

Am Donnerstag in der Früh ging es los: Aus dem frostigen Vilnius über Warschau ins leicht bewölkte Amsterdam mit deutlichen Plusgraden. Dort angekommen lieferte ich erstmal mein Gepäck bei Daniel auf der Arbeit ab und verbrachte daraufhin den ganzen Tag in der Stadt. Ohne einen wirklichen Plan lief ich durch die Gassen und Straßen und versuchte mir erstmal einen Eindruck von der Stadt zu machen.

Amsterdam ist im zweiten Weltkrieg nicht stark bombardiert worden, daher stehen noch viele alte Gebäude und tendenziell wenige Neue. Das Zentrum wird von einem Kanalgürtel gebildet — die so genannten “Grachten”. An den Ufern von diesen steht ein Haus neben dem Anderen wie die Zähne in einem sehr unregelmäßigen Kiefer. Viele neigen sich ganz schön nach Vorne und haben noch die Haken, welche früher als Lastenzug verwendet wurden.

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Was auch sehr interessant war, dass man die Unterschiede zwischen den Vierteln gut erkennen kann: Zwar strömt einem immer und überall Hanfduft entgegen, aber in Chinatown sah alles sehr asiatisch aus, in Jordaan gibt es viele Cafes und Innenhöfe in der Binnenstad ist die Haupteinkaufsstrasse gelegen und das Rotlichtviertel ist eben auch auf seine Art und Weise einzigartig. Wobei man beim Letzteren dazusagen muss, dass es gleichzeitig ein Wohnviertel ist, wo es auch Offices, Cafes und Restaurants gibt.

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Am Freitag standen bei mir dann die Museen auf dem Plan. Nachdem ich mittellang ausgeschlafen hatte, fuhr ich zur Centraal Station und setzte mit der Fähre nach Ij über. Dort ist das recht neue EYE (Wortspiel!) Filmmuseum, wo es im Keller eine kostenfreie Ausstellung zu sehen gibt. Die war zwar nicht so groß, aber allein die Bootsfahrt und das Gebäude haben sich schon gelohnt anzusehen.

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Am Nachmittag fuhr ich zum Museumplein und musste mich entscheiden: Stedelijk Museum, Van Goth Museum, Rijksmuseum oder Diamond Museum. Schließlich fiel die Wahl auf das Rijksmuseum, da es bis 17 Uhr offen hatte und nicht nur auf Gemälde beschränkt war.
Dort machte ich eine Zeitreise durch die Holländische Kunst vom Jahr 1000 bis 2000 und wurde grade so bis 17 Uhr fertig, als alle Besucher gehen mussten. Die Highlights dort waren die Schiffsmodelle der Niederländischen Flotte, die Gemälde der großen Meister und auch besondere Schachbretter, die immer wieder mal eingestreut waren.
Das ganze Museum kann man übrigens auch im Google Museum View virtuell begehen.

Nachdem ich meine Jacke wieder hatte, fuhr ich bei Daniel auf der Arbeit vorbei. Er zeigte mir seinen Arbeitsplatz, wir tranken ein Bier (ist dort am Freitagabend Usus) und spielten noch eine Runde Kicker.
Danach fuhren wir in die Stadt und aßen in einem argentinischen Steakhouse sehr (!) gut zu Abend. Gut gesättigt gingen wir noch in einen Irish Pub wo noch ein ehemaliger Arbeitskollege von Daniel und eine Freundin von ihm zu uns stießen. Es wurde noch ein fröhlicher Abend und wir brachen auch erst auf als die Liveband abbaute.
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Den Samstag gingen wir dementsprechend langsam an, kochten uns Geschnetzeltes und kauften Wein und Käse für den Abend ein. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem weiteren Rundgang durch die Innenstadtviertel rund um die Grachten beginnend mit Jordaan und schließend mit Chinatown.
Am Abend aßen wir Knoblauchbaguette mit dem Käse und genossen den Blick über die Stadt von seinem Wintergarten im 14. Stock. Ich hatte vier Sorten gekauft und besonders der alte Ziegenkäse wurde stark “minimiert”.

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Am Sonntag waren wir zum Essen im “Oriental City” mitten in Chinatown eingeladen. Die Gruppe von ca. 30 Leuten setzte sich aus aktiven und ehemaligen Mitarbeitern mit Partnern aus Daniel Abteilung zusammen und es stellte sich heraus, dass dieses Essen traditionell vierterjährlich stattfindet.
Die Gerichte waren kleine Portionen, die auf ein Rondell gestellt wuerden und jeder am Tisch aß von allem ein wenig. Dazu gab es Tee und Bier. Ich hatte einen großen Spaß daran mit den Chopsticks zu essen und von allem zu probieren, denn es waren auch einige sehr “spannende” Sachen dabei. Angefangen mit Frühlingsrollen und Reis in Bambusblättern über Pilze, Algen und Schrimps bis hin zu Hühnerfüßen und einigen schwer definierbaren Delikatessen. Es war aber alles gut zubereitet und von sehr guter Qualität.

Am Nachmittag fuhren wir mit der Tram zum Vondelspark südlich des Zentrums, wo wir einmal durchliefen um so das Essen langsam verdauten. Das nächste Ziel war die Brouwerij 't IJ, die sich in einer alten Windmühle befindet. Dort werden sehr hippe Biersorten gebraut, die recht stark sind und auch sehr unterscheidlich schmecken. Der Brauereipub ist eine ziemlich ranzige Bude wo man sich auch noch einen Käse oder Hartwurst zum Bier kaufen konnte. Es war recht voll, aber als wir dann doch noch einen Sitzplatz fanden, tranken wir doch noch ein zweites Bier und nahmen sogar noch jeweils einen Karton mit sechs Sorten Bier mit.

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Am Abend aßen wir weiter an den Käsestücken und schauten zum Ausklang noch den Tatort an. Danach ging es aber auch an schlafen, schließlich musste Daniel ja am Montag arbeiten und ich den Bus um 5 Uhr in der Früh nehmen.

Die Rückreise verlief gut wenn man mal davon absieht, dass ich den Restkäse im Kühlschrank vergessen habe. Ein sehr schöner Ausflug, jetzt kann das neue Semester beginnen.

Weitere Bilder von diesem Trip gibts in meinem Photoblog zu sehen.

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