Polen — Danzig und Umgebung

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Nachdem wir bisher zwei Städte in zwei Tagen besichtigt hatten, ließen wir es die letzten drei Tage in Danzig und Umgebung langsamer angehen.
Wir buchten uns in ein Hostel mit Frühstück zwischen Innenstadt und Bahnhof ein und besichtigten am Dienstagvormittag erst mal die Innenstadt. Auch in Danzig gibt es viele gotische Gebäude zu sehen, mit dem besonderen Highlight Marienkirche, der größte Backsteinkirche der Welt. 25000 Menschen passen da rein! Aber auch die anderen Gebäude wie das Rathaus, die Stadttore und die reich verzierten Wohnhäuser bezeugen die lange Geschichte der reichen Hansestadt. Oft haben die Häuser eigene kleine Aufgänge und viele Regenrinnen sind besonders verziert.

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Am Nachmittag fuhren wir mit der Stadtbahn nach Sopot, einem eingemeindeten Badeort, 12 km von der Innenstadt entfernt. Dort gibt es diverse Hotels und auch einen langen Steg, auf dem der Wind aber ganz schön gepfiffen hat. Trotzdem war es eine schöne Sache endlich das Meer zu sehen!

Nachdem wir gegessen hatten, gingen wir die Strecke am Strand zurück, bis wir bei Breźno in die Tram stiegen und in unser Hostel zurück fuhren.

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Łeba und der Slowinzische Nationalpark

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Am nächsten morgen nahmen wir den Intercity nach Lebork um von dort aus mit dem Bus nach Łeba zu fahren. Łeba ist ein touristisch geprägtes Dorf an der Ostseeküste, direkt neben dem Slowinzischen Nationalpark. Da wir aber noch vor der Saison (ab dem 1. Mai) da waren, hatte allerdings recht wenig geöffnet und im Yachthafen war außer Renovierungsarbeiten und ein paar Anglern auch noch nicht so viel los.
Nach der Ankunft hielten wir uns auch nicht lange auf, sondern gingen gleich in Richtung Lontzkedüne, der größten Wanderdüne an der Ostseeküste, die mit ca. 10m pro Jahr in Richtung Osten wandert und alles unter sich verschluckt. Auf dem Waldweg begegneten uns nur wenige Leute und es dauerte ein wenig mehr als zwei Stunden, bis wir am Ziel ankamen.

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Wir ließen den sumpfigen Wald hinter uns und fanden uns nach kurzer Zeit mitten in einer grellen Wüstenlandschaft wieder. Beim Aufstieg konnte man gut sehen, wie die vom Sand verschlungenen Bäume nach und nach absterben, bis wir auf Höhe der Wipfel waren, wo man sogar noch die verdorrten Äste sehen konnte.

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Oben angekommen wollten wir erst mal Mittagessen machen, allerdings hatten wir nach der Taube in Toruń unsere nächste tierische Begegnung der besonderen Art. Kaum hatte ich mein Pizzabrot ausgepackt, war auch schon ein Fuchs zur stelle, der sich bis auf einen Meter an uns heranwagte. Nach 10 Minuten Verhandeln, Verscheuchen und Wegrennen wurde er endlich von den zwei anderen Personen auf der Düne abgelenkt und machte sich schließlich von dannen. Endlich konnten wir essen, uns ein wenig ausruhen und noch ein paar Photos von der Wüstenlandschaft machen.

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Für den Rückweg wählen wir die Route an der Ostsee, was super war. Die Sonne wärmte den Sand unter unseren Füßen, wir hatten leichten Rückenwind und begegneten auf der ganzen Route vielleicht grade mal fünf Menschen. Leider ließen sich auch recht wenige Tiere blicken und unter den unzähligen Steinen am Ufer war auch kein Bernstein für uns dabei. Die Wassertemperatur war leider noch sehr kalt, aber für ein kurzes Fußbad hat es trotzdem gereicht.

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Als wir wieder in Łeba ankamen konnten wir grade so den Bus nach Lebork aufhalten, der uns tatsächlich noch mitnahm, sodass wir relativ zeitig nach Danzig heimkamen und am letzten Abend noch in einer ganz coolen Studentenbar waren, die sehr sorgfältig mit Objekten von Danzig und dem Meer dekoriert war.

Letzter Tag in Danzig

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Den letzten Tag gingen wir langsam an und schauten uns noch einmal Danzig an. Wir unternahmen eine Bootstour auf einem Piratenschiff durch den Hafen und besichtigten auch die Westerplatte vor Danzig, wo am 1. September 1939 um 4:48 der erste Schuss des Zweiten Weltkrieges gefallen ist. Noch heute kann man die zerstörten Bunkeranlagen sehen und teilweise sogar betreten.
Außerdem kann man in einer Freilichtausstellung die Ereignisse des tagelangen Kampfes um die Halbinsel nachempfinden und eine große Steinstatue auf einer Erhöhung erinnert an die polnischen Verteidiger.

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Als wir nach zwei Stunden wieder vom Schiff abgeholt wurden und in die Innenstadt zurück fuhren, blieb uns noch ein wenig Zeit bis mein Bus fuhr. Als wir noch in Ruhe zu Abend aßen wurde es dann aber doch nochmal stressig: Anne erhielt einen Anruf das ihr Bus, der drei Stunden später fahren sollte, ersatzlos ausfällt und der Nächste erst in zwei Tagen am Abend fahren würde.
Sie hatte jedoch Glück, denn es gab noch eine Zugverbindung, die sie an diesem Abend nehmen konnte und auch nur zwei Stunden später daheim ankam als wenn sie mit dem Bus gefahren wäre.

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Insgesamt war der Ausflug einer der schönsten, die ich in dem Jahr bisher gemacht habe und hat mein Bild, was ich von Polen hatte nochmal deutlich verändert.

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