Russland — St. Petersburg

Nach Ostern geht es schon mit der nächsten Reise weiter: Diesmal mit einer organisierten Reisegruppe nach Russland. Auf dem Programm stehen St. Petersburg, Veliky Novgorod und Moskau.

St. Petersburg

In Vilnius ging es um 15 Uhr mit dem Bus los und den Tag über fuhren wir durch die Baltischen Staaten, bis wir mitten in der Nacht in Narva die EU verließen und nach Russland einreisten. Die 50 Passkontrollen zogen sich ganz schön hin und schlussendlich kam der große Schock: Der russische Grenzbeamte verweigerte unter einem undurchsichtigem Vorwand zwei Mazedonierinnen die Einreise, obwohl Mazedonier normalerweise ohne Visa einreisen können. Wir musste sie erst mal zurücklassen und fuhren weiter nach St. Petersburg, wo wir mit einem Frühstücksbuffet erwartet wurden und nach Beziehen der Zimmer mit der Stadtführung begannen. Die zwei Zurückgebliebenen hatten aber alles richtig gemacht hatten und nachdem sie einige Stunden auf den Schichtwechsel der Grenzer gewartet hatten, konnten sie ebenfalls problemlos einreisen.

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St. Petersburg ist eine relativ junge und eindrucksvolle Stadt an der Mündung der Neva in die Ostsee. Sie wurde grade einmal vor 311 Jahren von Peter dem Großen gegründet und war lange Zeit auch die Hauptstadt im zarischen Russland. Peter, der von der westlichen Architektur sehr begeistert war, holte sich viele italienische, holländische und deutsche Architekten in die Stadt und ließ diese eine Vielzahl an Palästen und Kirchen errichten. So kommt es, dass die ganze Innenstadt voller eindrucksvoller Gebäude ist, auch wenn aufgrund des Zweiten Weltkrieges die wenigsten der Fassaden authentisch geblieben sind.
Ein weiteres Merkmal der Stadt sind die vielen Kanäle, die die Innenstadt durchziehen. Da Petersburg auf Sumpflandschaft gebaut wurde, besteht die Stadt heute aus 42 Inseln und hat unzählige Brücken, die in der Nacht hochgezogen werden, um Schiffsverkehr zu ermöglichen. Zu diesen Zeiten sind ganze Stadtviertel von der Außenwelt abgeschnitten, da die weit unter dem Boden liegende Metro auch nur bis Mitternacht fährt.

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Wir fuhren zunächst mit dem Bus durch die Stadt und sahen uns erste Sehenswürdigkeiten an: Die Isaakskathedrale, die Peter-und-Paul Festung, die Börse und den Nevski Prospekt. Am Nachmittag nahmen wir dann die Metro und fuhren auf gut Glück auf eine der nördlichen Inseln, wo wir aber nicht so viel Erfolg mit Sehenswürdigkeiten hatten, aber noch ein Bier am Ufer eines Nevaarmes trinken konnten.
Später gingen wir noch am Nevski Prospekt spazieren und aßen in einem Sowjetischen Cafe zu Abend.

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Am nächsten Tag gingen wir früh auf die Colonade der Isaakskathedrale, die einer der höchsten Orte der Innenstadt ist. Da die Stadt auf Sumpf gebaut ist, waren die ursprünglichen Gebäude nicht so hoch und es war für Privatleute ohnehin verboten höher zu bauen als der Turm der Peter-und-Paul Festung. Dadurch ist die Aussicht von der Aussichtsplattform nur umso besser, da man weit über die anderen Gebäude sehen kann.

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Als wir wieder unten waren gingen wir an der Admiralität vorbei zum Winterpalast, einem der vier Gebäude der Eremitage. Diese ist ein riesiges Kunstmuseum, mit Ausstellungen von den Ägyptern, Griechen, Römern über die Alten Meister und jüngeren europäischen Künstlern bis hin zu den französischen Impressionisten, die mein persönliches Highlight waren. Insgesamt ist das Museum aber unheimlich anstrengend, weil man gar nicht weiß, wo man hinschauen soll. Allein die Zimmer der Paläste für sich sind so reich geschmückt, dass die Bilder selbst oft einfach untergehen. Außerdem wiederholen sich viele Ausstellungsstücke oft, insbesondere überdimensionierte blaue und grüne Vasen, die überall rumstehen. Auch stehen die Gemälde nur für sich und es gibt praktisch keine Erklärungen die dem Kunstlaien das Besondere vermitteln, wie z.B. im Rijksmuseum in Amsterdam. Schade war auch, dass die Schmucksammlung mit den berühmten Fabergé-Eiern mit unserem Ticket nicht zu besichtigen war.

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Den Nachmittag spazierten wir durch die Stadt und genossen eine ganze Weile lang die Sonne auf dem Marsfeld, bis es dann doch kalt wurde und wir langsam in Richtung Hostel zurückspazierten.
Am Abend gingen wir nach dem Essen noch in die Stadt und ließen den Abend in einer Bar ausklingen.

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Am nächsten Morgen checkten wir aus dem Hostel aus und fuhren zunächst zum Sommerpalast der Zaren etwas außerhalb vom Stadtzentrum. Dieser stellte den Prunk vom Winterpalast noch einmal deutlich in den Schatten, auch wenn die Restauration nach den Kriegsschäden noch nicht ganz abgeschlossen war und aus Kostengründen nicht alles komplett wiederhergestellt werden konnte. So würden 100kg Gold benötigt um die komplette Fassade des Palastes zu vergolden. Unsere Führung dort ging auch durch den Nachbau des das sagenumwobene Bernsteinzimmer, das in den Kriegswirren verloren gegangen ist. Aber auch hier war es fast unmöglich das Besondere unter dem ganzen restlichen Prunk zu würdigen.

Nach einem Spaziergang durch den weitläufigen Schlossgarten und einem Mittagessen im Vorort Puschkin fuhren wir nach Veliky Novgorod, wo wir am frühen Abend ankamen.

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